Der perfekte Begleiter

 
Romana Echensperger, Master of Wine, schwärmt beim Niederfall der fränkischen VDP.Winzer vom Silvaner: Der perfekte Wein für die moderne Küche! Er verdiene daher auch einen größeren Auftritt auf der Weltweinbühne

„Fränkischer Silvaner gehört zu den wenigen Weinen, die viel Struktur und Charakter haben - aber kein Gewicht!“ So klingt es, wenn ein Master of  Wine ein Loblied anstimmt. Romana Echensperger, Weinberaterin, Sommelière, Weinjournalistin und frisch ausgezeichnet mit dem wichtigsten Titel der Weinwelt, schwärmte beim Niederfall der fränkischen VDP.Prädikatsweingüter vom Silvaner und begründete, warum er als Premiumwein  seinen festen Platz in der modernen Gastronomie habe. Mit seinen feinen, vegetalen, aber nie aufdringlichen Aromen biete der Silvaner die perfekte Leinwand für die moderne Küche: „ Er lässt den Gerichten Raum, ohne dabei unsichtbar zu werden.“
 
Gefeiert wurde der Niederfall, das traditionelle Erntedankfest der fränkischen Spitzenwinzer,  diesmal an einem ganz besonderen Ort - sozusagen mitten im Terroir im unterirdischen Festsaal im Gipsstollen des Knaufschen Bergwerks in Hüttenheim. Romana Echensperger, die sich in ihrer Masterarbeit mit dem Premium-Silvaner in Franken auseinandersetzte,  führte in ihrem Festvortrag vor 120 Gäste aus, was die wichtigste Rebsorte Frankens in ihren Augen so bedeutsam macht: Die moderate Säure, die Frische gebe, aber nie zu anstrengend wirke. Die sehr trockene Art, die eine pure Kombination von Speise und Wein ermögliche. Die Vielfalt, die durch das noch feinere Herausarbeiten der Lagenunterschiede in Franken entstanden sei. „Silvaner ist perfekt für die moderne Küche und er ist einzigartig – autochton -  der echte Terroirwein.“ Die Münchnerin, die als zweite deutsche Frau den Titel Master of Wine tragen darf, äußerte aber auch durchaus kritische Töne: Dem Silvaner stehe mehr Aufmerksamkeit zu, er benötige mehr Werbung, mehr Präsentationen, um außerhalb Frankens stärker wahrgenommen zu werden. „Premium-Silvaner verdient einen größeren Auftritt auf der Weltweinbühne“, so Echensperger.

Ein Loblied aber wurde nicht nur auf den Silvaner angestimmt, sondern auch auf das Jahr 2015. Vom Winzer Hansi Ruck aus Iphofen, der von der Arbeit im Hitzesommer bei bis zu 40 Grad im Weinberg berichtete - „da werden die Zeilen lang“ -, aber auch von den „makellosen, vollreifen Trauben“ schwärmte, die im Herbst geerntet werden konnten. „Ein besonderer Weinjahrgang“, sagte Paul Fürst,  Vorsitzender des VDP Franken: „Ohne es mit Vorschusslorbeeren zu übertreiben, kann man bereits heute unterstellen, dass wir einen gesunden, reifen Jahrgang in den Kellern heranreifen haben.“

Ein besonderer Jahrgang und ein besonderes Jahr, in dem die fränkischen VDP.Winzer mit ihren Weinen sehr viele Spitzenplatzierungen und Ehrungen erreichten, in der Weinpresse von „Paukenschlagweinen“ die Rede war und es der Silvaner dorthin schaffte, wo er nach Ansicht von Romana Echensperger eine noch größere Rolle spielen sollte:  Auf die Weltweinbühne! Der VDP.Franken stellt in der französischen Hauptstadt die „Grands Terroirs de Franconie“ vor und traf bei einem hockararätigen Fachpublikum auf großes Interesse.  Ein Jahr also auch, für das es zu danken gilt. Eine Weinspende von 120 Flaschen Frankenweins lassen die VDP.Winzer einer sozialen Institution zukommen.